bookmark_borderStellungnahme Vorkommnisse in Dortmund

Beim gestrigen Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund kam es zu schweren gewalttätigen Übergriffen der eingesetzten Polizeieinheit gegen Fans des FC Bayern.

Mit Befremden hatten wir bereits in den letzten Wochen verfolgen müssen, wie die Dortmunder Polizei mehrfach versuchte, durch gezielte Provokationen und nicht nachvollziehbare Festnahmen eine Eskalation mit der heimischen Fanszene zu provozieren. Wir verweisen hierzu auf die Dokumentation der Fanhilfe Dortmund.

Gestern mussten die Fans des FC Bayern München die neue Dortmunder Linie am eigenen Leib erfahren.

Nachdem es bei der Eintrittskartenkontrolle zu Drängeleien und einem einzelnen Handgemenge mit einem Ordner gekommen war, ging die Polizei unmittelbar und willkürlich gegen umstehende Fans vor. Nachdem sich diese Situation beruhigt hatte, eskalierte die Polizei die Situation mehrfach erneut. Unter dem Vorwand, weitere Personalien feststellen zu wollen, ging die Polizei im Anschluss zum wiederholten Male unnötigerweise auf breiter Front gegen im Umlauf wartende, unbeteiligte Fans vor und setzte dabei willkürlich Schlagstöcke und Reizgas ein. Dabei verletzten sie dutzende Fans, wobei neben Knochenbrüchen und Gesichtsverletzungen vor allem schwere Reizungen der Augen und Atemwege attestiert werden mussten.

Der Polizei wären hierzu wesentlich ungefährlichere Maßnahmen wie Videoüberwachung, die zahlreich eingesetzten szenekundigen Beamten oder auch weniger konfrontative Ansprache zur Verfügung gestanden.
Verletzungen wurden hier also ohne Not bewusst in Kauf genommen.

Nachdem sich die Situation während des Spiels komplett beruhigt hatte, folgte kurz vor Abpfiff eine komplette Gewalteskalation der Polizei, die zu weiteren Verletzten und notwendigen Aufenthalten im Krankenhaus führte.

Besonders verstörend: Der Großteil der eingesetzten Beamten ließ auch deutlich optisch wie verbal ihren Gefallen an dem Angriff auf die Fans erkennen.

In Quantität wie Intensität übertraf das Maß an Polizeigewalt in Dortmund vergleichbare Übergriffe, die wir in Madrid oder Athen erleben mussten. Der gestrige Tag reiht sich damit nahtlos in eine Reihe unverhältnismäßiger polizeilicher Übergriffe gegen Fanszenen im gesamten Bundesgebiet ein.

Südkurve München

bookmark_borderGEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN – FÜR EINE LEBENDIGE FANKULTUR

„Wir sind immer hier, die Kurve das sind wir…“ erschallt es kurz vor Anpfiff des heutigen Spiels aus dem Oberrang, in dem auch das dazu passende Spruchband hängt.

Für uns ist dieser Gesang nicht nur eine Floskel, denn wo auch immer der FC Bayern München spielt, sind wir Fans aus der Südkurve anwesend. Selbst bei einer Kollektivstrafe, wie dem Teilausschluss am heutigen Heimspiel, sind wir lautstark und zahlreich im Stadion vertreten.
Wir haben bewiesen, dass Kollektivstrafen ins Leere laufen und die Strafenpolitik des Verbands und unseres Vereins jederzeit ad absurdum geführt werden kann.

Die UEFA hat fast 4.800 Plätze im Unterrang der Südkurve für das heutige Heimspiel geschlossen. Der FC Bayern München hat diese bereits unverhältnismäßige Strafe aus freien Stücken verdoppelt, wodurch alle 9.336 Plätze im Unterrang gesperrt wurden. Ein solches Vorgehen ist ein beispielloser Präzedenzfall, der nicht unwidersprochen bleiben darf.

Kollektivstrafen sind nicht mit dem Rechtsgedanken einer freiheitlichen Gesellschaft vereinbar, auch im Teilbereich des Sports. Sie spielen die Betroffenen gegeneinander aus und nehmen Unbeteiligte in Sippenhaft.

Wir fordern alle Vereine und insbesondere den FC Bayern dazu auf, sich für seine Fans und Mitglieder einzusetzen und das unverhältnismäßige Rechtsverständnis der UEFA kritisch zu hinterfragen.

Wir werden Kollektivstrafen niemals akzeptieren, denn „wir sind immer hier!“